Podiumsdiskussion: Zugang zu sicherem und legalem Schwangerschaftsabbruch

Die Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte lädt ein zur

Podiumsdiskussion

„Zugang zu sicherem und legalem Schwangerschaftsabbruch“

am 07. November 2018 um 18:30 Uhr
im Raum 2249a der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6

Noch 1993 konstatierte das Bundesverfassungsgericht eine Austragungspflicht schwangerer Frauen und konstruierte eine Pflicht des Staates zum Schutz des Embryos gegen seine „Mutter“. Die Rechte der Frau, wie das Recht auf Leben, auf körperliche und psychische Integrität, auf Familienplanung, Intimitätsschutz und Menschenwürde zählten demgegenüber wenig. Mit der Pflicht zum Schutz des ungeborenen Lebens wird nicht nur die Beratungspflicht, sondern auch das sog. Werbeverbot des § 219a StGB begründet, welches tatsächlich ein Informationsverbot ist. Faktisch wird für viele Frauen der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erschwert. Die Anti-Choice-Bewegung zeigt sich stark wie lange nicht mehr, sie tritt welt- und europaweit für die Beschneidung von Frauenrechten ein. Auch in Deutschland versucht sie, die Stigmatisierung und Kriminalisierung ungewollt Schwangerer und ihrer Ärzt*innen voranzutreiben.

Wie stellt sich die rechtliche und tatsächliche Situation im Falle einer ungewollten Schwangerschaft in Deutschland heute dar? Wodurch ist die massive Verschlechterung der ärztlichen Versorgung begründet? Wie können auch Grund- und Menschenrechte der Schwangeren angemessen geschützt werden? Welches Frauenbild wird tradiert durch „Werbeverbote“ und Austragungspflichten?

Diese Fragen diskutieren Sarah Diehl, die als Autorin, Filmemacherin und Aktivistin zu internationalen reproduktiven Rechten (u.a. in der Organisation Ciocia Basia, die Frauen aus Polen einen Abbruch in Deutschland ermöglicht) arbeitet, Prof. Dr. Ulrike Lembke, Öffentliches Recht und Geschlechterstudien, und Dr. med. Jutta Pliefke von pro familia Berlin. Moderieren wird Lucy Chebout, Associate im Bereich Familien- und Erbrecht bei Raue LLP.

Ergänzt wird das Panel durch einen Kommentar der studentischen Arbeitsgruppe der Medical Students for Choice an der Berliner Charité.

Abschließend wird es einen gemeinsamen Ausklang bei Suppe und Wein geben.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 04. November 2018 an lawclinic@rewi.hu-berlin.de und würden uns sehr über Ihr Erscheinen freuen.